Ein Mädchen, zu zierlich um schon Frau zu sein und doch zu reif um noch Kind zu heißen, steht dort. Ihre weiße Hand liegt leicht auf dem grünen Lauf der geschwungenen Brücke. Ich sehe ihr weites, farbiges Kleid über den Boden streifen, schwarze Locken unter gelbem Hut schwingen im Herzschlag des Windes.
Mit weißen Fingern malt die Sonne wilde Muster durch das Blätterdach. Freundlich glucksend fängt der Bach die Bilder auf und wirft sie spielerisch zurück.
Irgendwo erzählt eine Lerche von Schönheit, Glück und Liebe, doch unser undurchdringlichgrünes Zelt aus Natur lässt sie nicht hinein.
Plötzlich erschrickt der Wind, braust auf, gerät in Rage. Bäume singen, die Lerche schweigt. Das Mädchen steht dort unbewegt, geschaffen wie aus Stein, und blickt in das bleiche Gesicht im Wasser. Wie eine bunte Flagge eines unbekannten Landes flattert ihr Gewand um die magere Figur, eine weiße Hand hält einen gelben Hut.
Verlockend ruft das Wassermädchen nach ihr, bezirzt sie mit falschen Versprechungen, bettelt und bittet.
Schon besinnt sich der Wind seiner alten Würde, hört auf an den Armen der Bäume zu zerren, wird immer stiller bis sein Säuseln nur noch ein Flüstern in meinem Ohr ist. Die Lerche setzt wieder ein; ich blicke zur Brücke, doch die Mädchen sind eins geworden, verschwunden im leichten Plaudern des Baches. Alles was bleibt, ist ein gelber Hut, der langsam hinabgleitet in das nasse Grab.
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Sehr schön.
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