Vor kurzem erhielt ich bei Facebook eine Anfrage der Gruppe >>Pro "Rasierter Yannick Kehler"<< beizutreten. Natürlich habe ich keinen erhobenen Daumen der Gruppe geschenkt: Einerseits, weil dieser Yannick Kehler mir weder bekannt, noch verwandt ist. Aber auch die Tatsache, dass jemand 1083 Stimmen braucht um seinen Bart loszuwerden, empfand ich eher als bedauernswert, und weniger unterstützendswert.
Doch der Hauptgrund für mein "Ignore" war, dass ich anderer Meinung bin - ich muss dazu offenbaren, dass ich eine Widerstandskämpferin gegen nackte Wangen bei echten Männern bin!!
Ein Bart sagt: "Ich bin ein Mann, und ich bin gerne ein Mann!" Ein Bart verspricht haarige Arme und kräftige Hände. Ein Bart erzählt von Abenteuern, von Piraten, Cowboys und Herumtreibern. Ein Bart spricht von Selbstbewusstsein und der Freiheit kein Schönling sein zu müssen. Ein Bart haucht: "Du bist wunderschön! Ich muss es nicht sein!" Ein Bart will beeindrucken, will Aufmerksamkeit. Ein Bart brüllt hinaus: "Hier bin ich, seht mich an!" und flüstert gleichzeitig: "Wenn ihr schon guckt, streicht drüber, klopft auf meine Schulter. Bitte." Ein Bart erklärt sich bereit, einer Frau die Tür offen zu halten und dann frech zu zwinkern. Ein Bart gelobt für die wahre Liebe gegen wütende Drachen und feuerspeiende Mütter zu ziehen. Jedes Barthärchen übermittelt pure Männlichkeit.
Da frag' ich mich: Welche Frauen wollen bartlose Männer? Frauen, die keine richtigen Männer wollen? Frauen, die Angst davor haben, neben einem Bart nicht zu bestehen? Nein. Es sind Frauen, die es bequemer finden, wenn Männer sich anpassen, nicht auffallen, wenn Männer zu Hause bleiben und die großen Abenteuer anderen überlassen, wenn Männer sich zurückhalten und Frauen die Initiative ergreifen müssen.
Doch was dabei übersehen wird: Nur ein echter Mann kann einer Frau das Gefühl von wahrer weiblicher Schönheit, die Sicherheit auch mal schutzbedürftig zu sein und das Verlangen den Egoismus für einen anderen zu opfern, schenken. Ich spreche hierbei nicht von preemanzipierten Denkweisen und nicht von Lischen Müller am Herd, nicht von der Unterdrückung der Frauen und nicht von Ungerechtigkeiten am Arbeitsmarkt, nicht von einer Rückkehr zu all dem, was überwunden wurde oder überwunden wird. Ich spreche von Ganz-Mann-Sein und Ganz-Frau-Sein.
Beobachtet man (oder frau) die Menschen auf der Straße, die von einem Geschäft zum anderen eilen, in der Sonne sitzen und plaudern oder sich eine Pause gönnen, sieht man Mädchen von elf, zwölf Jahren, die gepudert, gerouget und angemalt sind, wie ihre eigenen Mütter in ihren wildesten Zwanzigern, pubertäre Jungen, die Bemerkungen über auffällig schamlos gekleidete Mädchen machen, die jedem gestandenen Mann die Röte in's Gesicht treiben würden, und die große Unsicherheit: Was zeichnet eine Frau aus? Wie wird man ein richtiger Mann?
Natürlich ist ein Bart noch kein Zeugnis von (Willens-)Stärke und die Frau neben dem Bart nicht sofort versöhnt mit ihrer Weiblichkeit. Und doch, ist es ein Schritt dorthin, wo Männer alles sein dürfen, was sie wollen - allem voran aber ein Mann. Ein Schritt dorthin, wo Frauen weder Objekte noch Feministinnen sein müssen, sondern Frauen.
Und dann, wenn dieser Schritt gegangen ist, kann man ja weitersehen, was das Land braucht...
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Heute hat meine Mutter mich über die Vererbbarkeit meiner Bartaffinität aufgeklärt: Meine Urgroßmutter wollte meinen Vater dazu bewegen, seinen Backenbart abzurasieren. Er meinte daraufhin, dass auf ihren alten Fotografien nur Männer mit Schnurrbart zu sehen seien. Sie antwortete: "Nu Sascha, was ist denn ein Kuss ohne Schnurrbart?!"
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AntwortenLöschenich glaube das wird dir gefallen:
http://videos.arte.tv/de/videos/patrick_salmen_rostrot_kupferbraun_fast_bronze_-3537456.html
ich hab GEHEULT vor lachen. und dann noch mal angeguckt! WUN-DER-SCHÖN!!
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