Wir haben erst den zweiten Tag meines Treue-Projekts und ich muss mich schon wirklich überwinden...
Heut morgen hatten die zwei Mimis und ich eine Kreativ-Session, das heißt wir haben an einem superen Projekt gearbeitet, aber da ich nicht weiß, wie viel verraten werden darf, so viel von mir: Es wird MEGA!!
Naja, jedenfalls durfte ich dabei feststellen, dass die Zusammenarbeit mit zwei so kreativen Menschen all die bunten Gedanken in meinem Kopf wecken und sie kanalisieren. Nach diesen drei intensiven Stunden hatte ich das Gefühl, dass ich über und über sprudele mit Ideen für neue Blogposts. (Hätte ich nur damals gebloggt!! Dann wäre euch dieses zähflüssige Zeug erspart geblieben...) Das war jedoch vor zehn Stunden; inzwischen habe ich Probleme meine Eingebungen in feste Bahnen oder greifbare Worte zu verwandeln. Meine Gedanken sind junge Geislein, die von einem Stein zum anderen hüpfen: Nie stehen sie lang genug still, um sie zu betrachten oder gar einzufangen. Ihre Anzahl ist unüberschaubar und wenn man versucht sie zu zählen, springen sie nur noch schneller zum nächsten Stein. Ich fürchte ein wenig, dass ein Wolf einige von ihnen gerissen hat, denn heut morgen waren es viel mehr!!
Mir drängt sich die Frage auf: Kann man Kreativität verlieren? Und wenn ja, wie können wir lernen, dass die Farben das Grau des Alltags besiegen?
Ich weiß, dass ich, bevor ich mich mit Kunst intensiv auseinandergesetzt habe, sehr kreativ war. Meine Hände konnten nie stillliegen, immer schrieben, zeichneten oder bastelten sie etwas. In der Oberstufe besuchte ich dann den Kunstneigungskurs. Dort wurde mir systematisch jeder Funke an Idee oder eigenem Stil ausgeprügelt durch ungerechte Beurteilungen, destruktive Kritik und schlechte Noten. Meine Linienführung widersprach nunmal dem Realitätsbefinden meines Kunstlehrers. Trotz aller Vernunft, einfach nur aus Liebe, begann ich ein Studium der Kunstgeschichte. Hier wurde meine Kreativität durch tiefe Analysen talentierter und weniger begabter Maler, Zeichner und Bildhauer sterilisiert. Erst durch die Aufgabe aller Wissenschaft und der bewussten Entscheidung ein bisschen Kreativität zur Freude anderer zu gebrauchen, wuchs wieder das, was all die Jahre (ganze drei an der Zahl) unter einer dicken Ascheschicht versteckt lag. Wie ein Phoenix breitete mein Erfindergeist seine Flügel aus, über den Rand der Malerei, der Zeichnungen, der Schriften hinaus und erreichten alles, was in greifbarer Nähe war: Backen, Kochen, Gartenarbeit. Zurzeit bin ich wieder egoistisch, Kunst ist nur noch eine Entspannungsübung (wie das hier auch).
Um die Frage, die ich mir am Anfang meiner Gedankengänge stellte, zu beantworten: Böse Menschen und Wissenschaft tötet Kreativität.
Doch ist das Abwenden von allem, was es über Kunst zu wissen gibt, wirklich der Weg zu Geistesblitzen?
Ich weiß es nicht... was ich jedoch weiß: Je mehr man seine bunten Gedanken mit anderen Kreativhirnen teilt, desto mehr Farben fließen in den sonst so tristen Alltag.
Tut mir leid, meine Gedanken pendeln, sie wohnen nicht mehr hier... Müdigkeit kann Kreativität bis zu einem bestimmten Punkt füttern. Ab dort erdrückt und zerquetscht sie sie dann. Diesen Punkt habe ich vor ungefähr zwei Stunden überschritten...
Gute Nacht, Füchse, Igel und Rehe. Gute Nacht, Eichhörnchen, Elche und Eulen. Gute Nacht.
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