10/10/2010

Hollusta-Verkefnið Degi 3: Orð / Treue-Projekt Tag 3: Worte

Ich weiß, ich weiß. Ich hab noch nicht mal drei Tage durchgehalten ._. Eigentlich kein Wunder, trotzdem wagte ich es, zu hoffen, dass ich zumindest ein Mal - auf Grund meiner Inkonsequenz - konsequent sein könnte, aber offensichtlich bin ich konsequenterweise inkonsequent...
Konsequenzen. Eine Sache, die mir heute Sorgen bereitet hat. Nicht, dass ich etwas geTAN hätte, das problematische Folgen nach sich gezogen hätte; nein, es waren meine Worte, wie so oft unbedacht gesetzt, die ein friedliches Miteinander störten. Heute konnten meine bösen Worte mit lieben, klaren, wahren bereinigt werden. Doch was passiert, wenn ich nicht nur so unsensibel bin, mit verletztenden Giftpfeilen um mich zu schießen, sondern auch noch nichts davon mitbekomme?!
Wenn mich jemand "anschießt", habe ich oft Probleme damit, dem Menschen zu vergeben. Als Konsequenz bin ich zickig, unfreundlich oder schneide die Person (nicht mit dem Samurai-Schwert unter meinem Bett, aber so ähnlich...). Jetzt frage ich mich, ob die Menschen, die mir teilweise kalt begegnen, einen von meinen Pfeilen abbekommen haben. Kann ja auch nicht jeder, einfach nur launisch sein, oder!? Eigentlich bin ich keine Jägerin, die mit Pfeil und Bogen durch die Wälder streift, um etwas zu erlegen; ich bin eher eine Hauskatze, die aus Versehen, aus Stolz oder aus Dummheit dann und wann kratzt und beißt.
So unterschiedlich wie die Menschen, so unterschiedlich sind auch die Reaktionen auf einen Treffer: Es soll welche geben, die kennen Mittelchen gegen schmerzende Worte und haben die Demütigung schnell vergessen; einige lecken noch nach Tagen und Wochen ihre Wunden; und manch eine Verletzung entwickelt sich zu einer chronischen Erkrankung. Diese alle zu heilen ist mir leider nicht möglich; das meiste genest durch Vergebung und Zeit. Und doch möchte ich jeden, der je durch meine unabsichtlich beschädigenden Worte (oder Taten oder Gesten oder Blicke oder Unterlassen) getroffen wurde, reumütig um Verzeihung bitten.
Nun versuche ich meinen Köcher möglichst leer zu halten, damit ich nicht mal Giftpfeile besitze, mit denen ich andere treffen könnte. Doch mit dem Sauberhalten des Pfeilbehälters ist es wie mit schlechten Angewohnheiten, oder wie mit dem Erklimmen eines hohen Berges: Man versucht alles, man kämpft, man strampelt sich ab. Weder steile Bergwände, noch glitschige Abhänge können einen hindern. Doch sobald man nur eine Sekunde den Gipfel aus den Augen verliert, nur eine Sekunde vergisst, wohin man will und sich nach links und nach rechts umschaut, greift man beim nächsten Stein daneben, setzt den Fuss auf lockere Erde. Und dann, dann fällt man tiefer und tiefer hinab. Wer in solchen Momenten nicht gut gesichert ist, kann sich schnell das Genick brechen. Ein gutes Sicherungsseil ist in solchen Momenten so viel wert wie wahre Freundschaft. Wahre Freundschaft, die mehr ist, als einfach nur geselliges Beisammensein, mehr, als ein schöner Abend, bedeutet; sie besteht aus dem Glauben, dass der andere es wert ist, der Hoffnung, dass diese Freundschaft ein Leben lang besteht und der Liebe (also freundschaftliche Zuneigung, Respekt, Geduld, Güte, Wahrheit), die alle Probleme überstrahlt. Das klingt nach hohen Anforderungen, ja, vielleicht sind sie sogar sehr hoch. Doch ich denke, nein, ich weiß, dass ich Freunde habe, die so kostbar sind. Danke euch, liebste Menschen der Welt, dafür!
Nun scheint nur noch eine Metapher ungeklärt: Was ist der Gipfel? Was ist das Ziel meines Lebens?
Die Antwort ein andermal, soviel sei jedoch verraten: "Und wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt. Denn Gott hat sie schon vor Beginn der Zeit auserwählt und hat sie vorbestimmt, seinem Sohn gleich zu werden, damit sein Sohn der Erstgeborene unter vielen Geschwistern werde." [Römer 8, 28+29]

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