1/26/2011

Tilfinningar / Gefühle

Ich fühle mich nicht nach einem neuen Post. Ich fühle mich nicht danach, in schönen, schrecklichen, großen, füllenden, ehrlichen, erfundenen Worten meine Gedanken in Raster und Reihen zu zwängen. Ein bisschen fühle ich mich nach Schluchzen, ein bisschen nach Schlafen, nach Seufzen, Sehnen; vor allem aber nach Herzschmerz.
Wer jetzt bemitleidend die Hand ausstreckt, sei gewarnt: Hier ein Häufchen Elend zu sehen, das Innere leidvoll verkrümmt, in einer Ecke des Bewusstseins kauernd, eine tröstende Geste der alleinige Lichtblick, heißt Irren. Von diesem Dumpfen, vom Deprimierenden, Düsteren nähre ich meine Seele; Betrübnis schmeckt mir nach süßer Sahne; Tränen salzen meine Erde. Genussvoll sauge ich jeden Tropfen Trauer auf, verwandle ihn in Wortbauten, reise in angstbeflügelnde Höhen, falle tief und tiefer, krieche weiter als ein Freudentanz mich tragen könnte. Auf meiner Zunge zergehen Leid und Kummer wie der Schmelz einer Lindor-Kugel.
Und während ich über das wohlige Ziehen in meinem Thorax sinniere (und an dem zweiten Becher Kaffee in kürzester Zeit nippe), spüre ich, wie die Beklemmung sich löst, meine Lungen sich wieder frei und offen mit lebenverheißendem Odem füllen und der Worte Quell versiegt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen